Unsere Angebote

  • Traumapädagogische Soziale Gruppenarbeit für Kinder und Jugendliche

  • Traumapädagogische Einzelarbeit mit Kindern und Jugendlichen

  • Traumazentrierte Fachberatung

  • Psychoedukation und Beratung 

  • Traumapädagogisches diagnostisches Verstehen

  • Systemische Supervision

Traumapädagogische Soziale Gruppenarbeit

Mit viel Spaß und Leichtigkeit entwickeln Kinder und Jugendliche bei uns Selbstbemächtigung durch:

  • sich selbst verstehen lernen
  • verstanden werden
  • sich innerhalb einer kleinen, geschützten Gruppe im Miteinander verstehen lernen
  • Altersspanne: 5 bis 17 Jahre
  • altersdiffenzierte Gruppenkonstellation
  • Gruppengröße: 4 - 6 Kinder oder Jugendliche
  • wöchentlich
  • konsequent verlässlicher, bindungsorientierter Rahmen
  • qualifiziert traumapädagogische Begleitung
  • traumazentrierte Beratung der Bezugssysteme

Unsere traumapädagogisch orientierten Tortuga - Gruppen für vier bis maximal sechs Kinder oder Jugendliche stabilisieren, entlasten und leiten Selbstbemächtigung her.

Wir bieten wöchentlich stattfindende altersdifferenzierte Gruppen an für vier bis maximal sechs Kinder oder Jugendliche. Die Gruppen werden von zwei Sozialpädagoginnen begleitet; wenigstens eine der beiden Begleitungen je Gruppe ist qualifizierte Traumapädagogin. Die Kinder und Jugendlichen bewegen sich insgesamt in einem Altersrahmen zwischen 5 und 17 Jahren.

Unsere Soziale Gruppenarbeit richtet sich an Kinder und Jugendliche, die von hochbelastenden Lebensumständen - gegenwärtig oder in der Vergangenheit - betroffen sind und bei Bedarf beratend an deren nahe Bezugspersonen.

Kinder und Jugendliche, für die eine Anbindung an unsere Gruppen hilfreich sein kann, können bereits durch destruktive Bewältigungsstrategien im sozialen Umfeld auffallen oder die Entwicklung von destruktiven Bewältigungsstrategien soll vermieden werden.

Nahen Bezugspersonen ermöglichen wir durch fundierte traumazentrierte Fachberatung veränderte Sichtweisen auf das Verhalten "ihrer" Kinder und eröffnen Perspektiven für ein tragfähiges Miteinander.

Rechtlich verankert ist unsere traumapädagogische Soziale Gruppenarbeit in den Hilfen zur Erziehung unter § 29 SGB VIII.

 

Unser Konzept zur traumapädagogischen Sozialen Gruppenarbeit "Tortuga" stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Eine Tortuga-Gruppe zu besuchen ist für Kinder und Jugendliche gut, weil ...

... hochbelastende Lebenserfahrungen als seelisches Trauma auf betroffene Personen wirken, sich hieraus Traumafolgestörungen entwickeln können und die Teilnahme an unseren Gruppen sich entlastend auf Betroffene und deren Bezugssysteme auswirkt:

Menschen, die Belastendes erlebt haben, tragen die mit dem Schlimmen verbundenen Gefühle oft mit in die Gegenwart und werden von diesen situativ überrollt.

Wenn diese Gefühle und die damit einhergehenden Bewältigungsstrategien nicht eingeordnet werden können, erleben sich die Betroffenen häufig hilflos und als vermeintlich anders als alle anderen: krank, dumm oder wie ein "Alien".

Innerhalb der Gruppe erleben die Teilnehmer sich nicht als exotische Ausnahme, sondern als Teil einer peer group, in welcher sich niemand erklären muss, aber berichten darf.

Für welche Kinder und Jugendlichen ist Tortuga geeignet?

Unsere traumapädagogisch orientierte Soziale Gruppenarbeit "Tortuga" spricht als Zielgruppe insbesondere Kinder und Jugendliche an, die betroffen waren oder sind von:

  • Biografischer Belastung und Bindungsabbrüchen (insbesondere auch Pflegekinder)
  • Deprivationserfahrungen (auch frühkindliche)
  • Suchterkrankung im nahen Umfeld
  • Psychischen Erkrankungen im nahen Umfeld
  • körperlicher oder psychischer Gewalt (aktiv, wie passiv)
  • sexualisierte Gewalt (selbst erfahren oder beobachtend)
  • schwerer eigener Erkrankung (oder naher Bezugspersonen)
  • Trennung der Eltern oder der nahen Bezugspersonen

Wie kann ich einen Platz in einer Tortuga-Gruppe bekommen?

Wenn ein Kind oder Jugendlicher eine unserer Gruppen besuchen möchte, stellen die Personensorgeberechtigten in der Regel einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung beim zuständigen Jugendamt (Hintergrund ist, dass in der Regel das örtliche Jugendamt die Kosten für Hilfen zur Erziehung übernimmt). Dieses nimmt Kontakt zur Leitung von Tortuga - Praxis für Trauma und Sozialpädagogik (Frau Hardt und Frau Zimmermann-Hardt) auf und fragt entsprechende Kapazitäten an.

Gerne können sich Interessierte jederzeit zunächst auch direkt an uns wenden um sich ausführlicher zu informieren.

Zuständige Sachbearbeiter:innen des Jugendamtes laden nach interner Besprechung zum Hilfeplangespräch ein.

Die Kinder und Jugendlichen können die Gruppe besuchen sobald die Bewilligung der Kostenübernahme bei uns vorliegt.

Wenn gewünscht, kann die Teilnahme an Tortuga auch selbst finanziert und ohne Beteiligung eines Jugendamtes besucht werden. In diesem Fall nehmen nahe Bezugspersonen direkt Kontakt zur Leitung von Tortuga - Praxis für Trauma und Sozialpädagogik auf.

Bindungsorientierte Traumapädagogische Einzelarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Aufgrund von individuellen Belastungen und Befindlichkeit ist es einem Kind oder Jugendlichen emotional nicht immer direkt möglich eine Gruppe zu besuchen.

Eine bindungsorientiert vorbereitende - stabilisierende - traumapädagogische Einzelarbeit wird in diesen Fällen von uns umgesetzt. Das Kind bzw. der Jugendliche lernt zunächst die Räume von Tortuga als sicheren, geborgenen Ort kennen und findet Zeit sich im eigenen Tempo dem Beziehungsaufbau zur begleitenden Traumapädagogin anzunähern.

Ein sicherer Ort, korrigierende Beziehungserfahrungen und Zeit sind wesentliche Voraussetzungen für Entwicklung durch Verstehenspozesse.

Traumapädagogische Diagnostik

Wenn Kinder und Jugendliche Verhaltensweisen zeigen, die herausfordernd, widersprüchlich oder zunächst schwer verständlich erscheinen, richten wir Traumapädagoginnen den Blick nicht nur auf das sichtbare Verhalten. Wir fragen vielmehr: Welchen guten Grund hat dieses Verhalten? Wir eruieren bei Bedarf auch, an Hand traumapädagogischer Testverfahren, ob Verhaltensweisen auf biografische Traumata zurückzuführen sein können.

Belastende, beängstigende oder instabile Lebens- und Beziehungserfahrungen können die Entwicklung eines jungen Menschen nachhaltig prägen. Rückzug, Aggression, Kontrolle, Vermeidung, Überanpassung oder starke Unruhe und weitere Symptome können dabei als Bewältigungs- und Schutzstrategien verstanden werden, die in früheren Lebenssituationen einmal sinnvoll oder notwendig waren.

Das traumapädagogische diagnostische Verstehen bei Tortuga versucht, die Bedeutung solcher Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der individuellen Lebensgeschichte, den bisherigen Bindungs- und Beziehungserfahrungen, dem Entwicklungsstand sowie aktuellen Belastungen und Ressourcen zu verstehen.

Dabei geht es nicht darum, vorschnell Diagnosen zu stellen oder einem Kind ein Etikett zu geben. Ziel ist vielmehr ein differenziertes Verständnis dafür, was hinter einem Verhalten stehen kann, welche Funktion es erfüllt und was das Kind oder der Jugendliche heute benötigt.

Auf dieser Grundlage entwickeln wir gemeinsam mit Eltern, Pflegeeltern und beteiligten Fachkräften konkrete traumapädagogische Handlungsmöglichkeiten. So kann aus einem Verhalten, das zunächst schwierig oder unverständlich erscheint, eine wichtige Botschaft werden und aus dem Verstehen eine Grundlage für Sicherheit, Beziehung und Entwicklung.

Systemische Supervision

Judith Zimmermann-Hardt

Menschen verstehen – Beziehungen stärken – Handlungssicherheit entwickeln

Kinder mit hochbelastenden Biografien, insbesondere Pflegekinder, bringen häufig Erfahrungen von Vernachlässigung, Bindungsabbrüchen, Gewalt, Verlusten oder anderen traumatischen Belastungen mit. Die Begleitung dieser Kinder stellt Bezugssysteme, Pflegeeltern, Erziehungsstellen und Fachkräfte der Pflegekinderdienste vor besondere Herausforderungen. Oft geraten sie in Situationen, die emotional berühren, verunsichern oder an persönliche Grenzen führen.

Systemische Supervision mit traumasensiblem Ansatz bietet einen geschützten Raum, in dem berufliche und persönliche Belastungen reflektiert, Zusammenhänge verstanden und neue Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Sie dient der fachlichen Qualitätssicherung ebenso wie der emotionalen Entlastung und Stabilisierung der Beteiligten.

 

Mein Verständnis von Supervision

Ich biete Ihnen systemische Supervision mit traumasensibler und humanistischer Grundhaltung. Ich gehe fest davon aus, dass jeder Mensch über Ressourcen, Entwicklungspotenziale und die Fähigkeit verfügt, konstruktive Lösungen für schwierige Situationen zu entwickeln. Verhalten hat immer einen Sinn und ist vor dem Hintergrund individueller Lebensgeschichten und Beziehungserfahrungen zu verstehen.

Bei Kindern mit hochbelastenden Lebenswirklichkeiten sind herausfordernde Verhaltensweisen häufig Ausdruck früher Verletzungen und traumatischem Stress. Sie sind oft Überlebensstrategien, die einst (überlebens)notwendig waren und heute in Beziehungen zu Konflikten führen können.

Mein Angebot traumasensibler Supervision schafft einen Raum, in dem diese Dynamiken verstehbar werden. Sie unterstützt dabei, die Perspektive des Kindes einzunehmen, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen und neue Wege im Umgang miteinander zu entwickeln.

Dabei begegne ich allen Beteiligten mit Wertschätzung, Respekt und einer konsequent ressourcenorientierten Haltung.

 

Zielgruppen

Mein Angebot richtet sich insbesondere an:

  • Pflegestellen (Bereitschaftspflege, Dauerpflege, Verwandtenpflege)
  • Erziehungsstellen
  • Pflegekinderdienste der Jugendämter
  • Mitarbeitende freier Träger im Pflegekinderwesen
  • Fachberaterinnen und Fachberater
  • Koordinatorinnen und Koordinatoren von Pflegefamilien
  • Vernetzte Teams und Institutionen

 

Fachlicher Hintergrund

Meine supervisorische Arbeit ist geprägt durch die Verbindung langjähriger Praxiserfahrung, fundierter Fachlichkeit und persönlicher Lebenserfahrung.

Seit mehr als 20 Jahren begleite ich Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Kontexten der Jugendhilfe. Die Arbeit mit hochbelasteten Familiensystemen, traumatisierten Kindern und komplexen Hilfeprozessen bildet seit vielen Jahren den Schwerpunkt meiner Tätigkeit. In diesem Kontext begleite ich Familien mit Herzblut und fundierter Sachkenntnis.

Als eine der beiden Leitungsfrauen von Tortuga – Praxis für Trauma und Sozialpädagogik in Stolberg begleite ich Kinder, Jugendliche und deren Bezugssysteme, sowie eingebundene Fachkräfte, bei Verstehensprozessen rund um traumatische Erfahrungen und deren Auswirkungen auf Entwicklung, Beziehungsgestaltung und Alltag.

 

Systemische Supervision mit traumasensibler Orientierung hilft Traumadynamiken verstehen zu lernen.

Pflegeeltern und Fachkräfte erleben bei betroffenen Kindern häufig Verhaltensweisen, die schwer einzuordnen sind, wie beispielsweise:

  • massive Wut und Aggression
  • Rückzug und Beziehungsabbruch
  • Bindungsunsicherheit
  • Loyalitätskonflikte
  • Selbstwertprobleme
  • Kontrollverhalten
  • Schulschwierigkeiten
  • Krisen nach Umgangskontakten

In meinem Angebot der systemischen Supervision werden diese Verhaltensweisen aus einer traumapädagogischen Perspektive betrachtet und verstehbar gemacht.

Aber auch die eigenen Reaktionen können sich belastend auswirken, denn von traumatischem Stress betroffene Kinder lösen häufig intensive Gefühle, wie Hilflosigkeit, Erschöpfung, Ärger, Ohnmachts- und Schuldgefühle oder Überforderung bei ihren Bezugspersonen aus.

Traumasensible systemische Supervision ermöglicht es, diese Reaktionen wahrzunehmen, einzuordnen und professionell damit umzugehen.

Eine sichere Beziehung und bindungsorientierte Begleitung ist einer der wichtigsten Wirkfaktoren für eine positive Entwicklung hochbelasteter Kinder.

Im Rahmen der Supervision nähern wir uns relevanten Themen:

  • Wie kann Sicherheit vermittelt werden?
  • Wie können Grenzen hilfreich gesetzt werden?
  • Wie kann Bindung entstehen?
  • Wie gelingt ein verstehender Umgang mit herausforderndem Verhalten?

Bezugssysteme traumatisierter Kinder, Pflegeeltern und Fachkräfte benötigen selbst sichere Orte und Ressourcen, um langfristig tragfähig handeln zu können. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Supervision ist deshalb die Förderung Selbstfürsorge, emotionaler Stabilität, Teamgesundheit und professionelle Abgrenzung.

Traumasensible systemische Supervision unterstützt dabei,

  • traumabedingtes Verhalten besser zu verstehen,
  • die Perspektive des Kindes einzunehmen,
  • Handlungssicherheit zu gewinnen,
  • Belastungen zu reduzieren,
  • professionelle Beziehungen zu stärken,
  • Krisen konstruktiv zu bewältigen,
  • Ressourcen zu aktivieren,
  • die Qualität der Begleitung von Pflegekindern nachhaltig zu verbessern.

Ich verstehe Supervision als einen Raum von Begegnung, Reflexion und Entwicklung.

Mein humanistisches Menschenbild prägt dabei jede Form der Begleitung. Ich begegne Menschen mit der festen Überzeugung, dass Entwicklung möglich ist, wenn Wertschätzung, Sicherheit, Verständnis und echte Begegnung gegeben sind.

Pflegeeltern und Fachkräfte leisten alltäglich einen wertvollen Beitrag für Kinder, deren Biografie oft von Brüchen und Belastungen geprägt sind. Sie verdienen professionelle Begleitung, die ihre Kompetenzen stärkt, ihre Belastungen ernst nimmt und ihre Ressourcen sichtbar macht.

Mein Angebot traumasensibler systemischer Supervision schafft hierfür einen geschützten Rahmen: humorvoll, fachlich fundiert, ressourcenorientiert und getragen von einer Haltung des Respekts und der Wertschätzung.

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie eine erste Terminvereinbarung? Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme!